Was war das Ergebnis, wie hat sich der Fußabdruck entwickelt?
Der CO2-Fußabdruck des DIW Berlin lag im Jahr 2023 bei 366,7 Tonnen, das sind ca. 1,55 Tonnen pro Mitarbeiter*in. Im Vergleich dazu verursacht jede*r Deutsche privat und beruflich zusammen 10,5 Tonnen CO2 pro Jahr.infoUmweltbundesamt 2025: https://www.umweltbundesamt.de/bild/durchschnittlicher-co2-fussabdruck-pro-kopf-in Im Jahr 2019 lag der gesamte CO2-Fußabdruck des DIWs noch bei über 1.000 Tonnen. Vor allem durch Corona, und die damit verbundene Abnahme von Dienstreisen und weiterer Einsparungen ist er in den darauffolgenden Jahren um knapp zwei Drittel gesunken.
Unsere direkten Emissionen, die sogenannten Scope 1- und Scope-2-Emissionen, sind relativ gering, da wir keinen eigenen Fuhrpark haben und bereits seit 2012 zu 100% Ökostrom beziehen. Das wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus. Die größten Posten sind die indirekten Emissionen in der Lieferkette, die Scope 3-Emissionen – dort entstehen über 80 Prozent der Emissionen. Das sind vor allem Dienstreisen, speziell Flüge, die Anfahrt der Mitarbeitenden, sowie Emissionen im Homeoffice, aber auch die Wärme und Kälteversorgung des Gebäudes.
Was können die verschiedenen Abteilungen leisten?
Das ist ganz unterschiedlich. Die Abteilung Kommunikation hat zum Beispiel Ende 2023 den gedruckten Wochenbericht abgeschafft und setzt stattdessen auf eine html-Version, die auch auf mobilen Endgeräten super nutzbar ist. Da profitieren alle. Auch auf gedruckte Jahresberichte verzichtet das Institut seit einigen Jahren und entwirft stattdessen einen digitalen Jahresrückblick. Alle Abteilungen verzichten bei ihren Caterings auf Fleisch.
Auch die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen kann dazu beitragen, Papier zu sparen. Bei der Planung von Veranstaltungen und Meetings verzichten wir wo immer möglich auf Tagungsmappen und gedruckte Unterlagen. In vielen Fällen wird auch die virtuelle Teilnahme ermöglicht, was wiederum Reisekosten spart.
IT und Office-Management können dazu beitragen, die Emissionen aus dem Betrieb, zu reduzieren, beispielsweise durch energiesparende Hardware. Weiterhin gibt es Betriebs-Fahrräder, die man für Auswärtstermine in Berlin nutzen kann.
Gibt es Meilensteine oder Aktionen, die euch besonders wichtig sind?
Meilensteine sind auf jeden Fall die Erstellung der ersten CO2-Bilanz und des ersten Nachhaltigkeitsberichtes. Es war sehr aufwändig, die Daten zu beschaffen, aber es hat sich auch gelohnt, da wir jetzt ein viel besseres Bild darüber haben, wo der Handlungsbedarf am größten ist.
Wichtige Maßnahmen waren die Einführung von Mülltrennung, vegetarischem Catering, Nacht- und Wochenendabsenkung der Heizung und Papiereinsparmaßnahmen. Weitere spannende Aktionen, die auch die Mitarbeitenden einbinden, sind zum Beispiel die jährliche Teilnahme am Stadtradeln und am Firmenlauf. Beim Stadtradeln geht es nicht nur darum, dass vielleicht mehr Leute mit dem Rad kommen, die Aktion lenkt auch die Aufmerksamkeit auf den Radverkehr in Berlin und eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur.
Ich habt euch für das Reporting-Format den Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex (DNK) ausgesucht. Warum?
Grundsätzlich ist das DIW Berlin eigentlich nicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Wir möchten aber mit gutem Beispiel voran gehen. Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist eine stärkere Standardisierung wichtig, da dies mehr Vergleichbarkeit schafft. Umfragen zeigen, dass der DNK in Deutschland sehr viel genutzt wird, gerade von kleineren und mittleren Unternehmen, so genannten KMUs. Zusätzlich bietet er verschiedene Module oder Ausprägungen. So gibt es beispielsweise einen Hochschulkodex, der für Forschungseinrichtungen entwickelt wurde. Es war uns wichtig, uns an einem objektiven Standard zu messen, um eine Vergleichbarkeit mit anderen Forschungseinrichtungen zu ermöglichen.