Exzellenz trifft Relevanz: Wie die Leibniz-Gemeinschaft Wissenschaft gestaltet

O-Ton
Exzellenz trifft Relevanz: Wie die Leibniz-Gemeinschaft Wissenschaft gestaltet

In der aktuellen Folge des DIW-Jubiläums-Podcasts spricht Erich Wittenberg mit Dr. Bettina Böhm, Generalsekretärin der Leibniz-Gemeinschaft über die Rolle, Funktionsweise und Herausforderungen der Gemeinschaft – und warum das DIW Berlin seit fast 50 Jahren Teil dieses besonderen Forschungsverbunds ist, der heute Leibniz-Gemeinschaft heißt.

Dr. Bettina Böhm, Generalsekretärin der Leibniz-Gemeinschaft
© DIW Berlin

Vielfalt unter einem Dach

Die Leibniz-Gemeinschaft vereint 96 selbstständige Forschungsinstitute aus unterschiedlichsten Disziplinen – „von Archäologie bis Zoo und Wildtierforschung“, wie Böhm es anschaulich beschreibt. Diese dezentrale Struktur ermöglicht Eigenständigkeit und zugleich starke Vernetzung, etwa über gemeinsame Forschungsverbünde, Kommunikationsformate oder politische Dialogangebote wie „Leibniz im Bundestag“.

Die Generalsekretärin betont: Die Institute der Leibniz-Gemeinschaft haben den Anspruch, nicht nur exzellente Wissenschaft zu betreiben, sondern auch gesellschaftlich relevante Fragen zu beantworten. Diese Haltung prägt auch das DIW Berlin, das seit 1977 zur Blauen Liste gehört, eine Art Vorläufer der Leibniz-Gemeinschaft.

Unabhängig und überprüfbar: Das Evaluierungssystem

Zentrales Instrument der Qualitätssicherung ist die regelmäßig stattfindende wissenschaftliche Evaluation der Mitgliedsinstitute, auf deren Basis über die weitere institutionelle Förderung entschieden wird. Dabei wird nicht nur die wissenschaftliche Qualität überprüft, sondern auch, inwiefern Transfer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelingt.

Gerade in Zeiten zunehmender Wissenschaftsskepsis setzt die Leibniz-Gemeinschaft auf transparente Kommunikation und Resilienz. Böhm: „Wir müssen ein Klima schaffen, in dem Wissenschaftler*innen sich nicht selbst zensieren, weil sie politische oder gesellschaftliche Reaktionen fürchten.“ Wissenstransfer, Nachwuchsförderung und Dialogformate stehen deshalb ganz oben auf der Agenda.

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