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Ampel-Monitor Energiewende

Energie-Ziele der Ampel-Koalition – und wo wir heute stehen

Die Bundesregierung hat sich eine Reihe konkreter Ziele gesetzt, um die Energiewende voranzutreiben. Viele davon beziehen sich auf das Jahr 2030, in manchen Bereichen sind sie auch längerfristig bis zum Jahr 2045 formuliert. Einige quantitative Ziele wurden bereits im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition genannt. Seitdem folgten im Rahmen verschiedener Ministeriumspublikationen und Gesetzesentwürfe neue Vorgaben, teils wurden die im Koalitionsvertrag genannten Ziele dabei auch konkretisiert oder verschärft. Die Ziele zu erreichen ist wichtig, um die deutschen Klimaschutzverpflichtungen einzuhalten. Zudem hat eine stärkere Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine noch einmal an Bedeutung gewonnen.

Auf dieser Seite wird eine Auswahl von Indikatoren des Ampel-Monitors Energiewende präsentiert. Der komplette Indikatorensatz mitsamt den zugrunde liegenden Daten steht auf der Datenplattform Open Energy Tracker, die regelmäßig aktualisiert und erweitert wird, quelloffen zur Verfügung. Dort sind auch englische und französische Übersetzungen verfügbar.

Der Ampel-Monitor Energiewende stützt sich auf derzeit 15 Indikatoren aus den Bereichen erneuerbare Stromerzeugung, erneuerbare Wärme, Elektromobilität, Wasserstoff und Energieverbrauch. Dabei werden die jeweiligen Regierungsziele mithilfe interaktiver Grafiken visualisiert und regelmäßig mit dem derzeit tatsächlich erreichten Stand verglichen. Eine Auswahl von Abbildungen wird auf dieser Seite gezeigt. Zur Illustration wird meist ein linearer Verlauf zwischen dem Stand zum Beginn der aktuellen Legislaturperiode und dem jeweiligen Zieljahr dargestellt, da die genauen Pfade der Zielerreichung von der Regierung oft nicht konkret spezifiziert wurden.

Für die meisten Indikatoren werden zudem Projektionen aktueller Trends auf Basis der Methode der kleinsten Quadrate dargestellt. Diese stützen sich in der Regel auf den Zeitraum der vergangenen zwölf Monate sowie auf den Zeitraum der Jahre 2017 bis 2021. Für die Indikatoren sind teils monatlich, teils auch nur jährlich aktualisierte öffentliche Daten verfügbar.

Zudem werden Ergebnisse der Szenarienanalyse des vom Bundesforschungsministeriums geförderten Kopernikus-Projekts Ariadne verglichen. Dabei handelt es sich um Szenarien, die unterschiedliche Wege zur Klimaneutralität Deutschlands im Jahr 2045 aufzeigen.

Relevante Quellen für die Ziele der Ampel-Koalition sind unter anderem der Koalitionsvertrag vom 24. November 2021, die "Eröffnungsbilanz Klimaschutz" des BMWK, sowie die sogenannten Oster- und Sommerpakete.

Die Datenquellen für den bisherigen Verlauf und den Stand der Dinge unterscheiden sich je nach Indikator. Alle Quellen sind im Open Energy Tracker verlinkt. Die folgende Tabelle gibt zusätzlich einen Überblick:

Bereich

Indikator

Datenquelle

Erneuerbare Stromerzeugung

Installierte Leistung Photovoltaik 

Monats- und Quartalsdaten der AGEE-Stat

Installierte Leistung Windkraft an Land 

Monats- und Quartalsdaten der AGEE-Stat

Anteil der für Windkraftanlagen ausgewiesenen Landesfläche 

Bericht des Bund-Länder-Kooperationsausschusses

Installierte Leistung Windkraft auf See 

Monats- und Quartalsdaten der AGEE-Stat

Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor 

Energiedaten des BMWK

Erneuerbare Wärme

Bestand an Wärmepumpen 

EurObserv'ER und BWP

Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme 

Zeitreihen der AGEE-Stat

Elektromobilität

Bestand batterieelektrischer Pkw 

Kraftfahrt-Bundesamt

Anteil batterieelektrischer Pkw an den monatlichen Neuzulassungen 

Kraftfahrt-Bundesamt

Öffentliche Ladepunkte 

Bundesnetzagentur

Batterieelektrische Fahrzeuge pro öffentlichem Ladepunkt 

Kraftfahrt-Bundesamt und Bundesnetzagentur

Elektrifizierter Anteil des Schienenverkehrs 

Deutsche Bahn AG

Wasserstoff 

Installierte Leistung Elektrolyse 

Internationale Energieagentur, Hydrogen Projects Database

Energieverbrauch

Netto-Erdgasimporte nach Deutschland 

Internationale Energieagentur, Gas Trade Flows

Fossiler Primärenergieverbrauch 

Energiedaten des BMWK und AGEB

Vergleich des aktuellen Stands mit den Zielen für 2030

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Der Ampel-­Monitor zeigt, dass bei den meisten betrachteten Indikato­ren eine große Lücke zwischen dem aktuellen Stand und den Regierungszielen für das Jahr 2030 klafft. Hier ist eine Auswahl von sieben wichtigen Indikatoren dargestellt. Die Lücken sind bei grünem Wasserstoff und der Elektromobilität am größten, gefolgt vom Ausbau der Windkraft auf See, der Photovoltaik und der Wärmepumpen.

Das derzeitige Ausbautempo ist zudem bei fast allen Indikatoren deutlich zu niedrig, um die Ziele für 2030 zu erreichen. Vergleicht man den Ausbautrend der vergangenen zwölf Monate mit dem Tempo, das für das Erreichen der 2030­-Ziele nötig ist, bleibt die Windkraft an Land und erst recht die Windkraft auf See derzeit noch hinter der Photovol­taik zurück. Dies weist auf einen besonders akuten Handlungsbedarf bei der Windkraft hin. Auch bei der Elektromobilität ist das Tempo noch deutlich zu langsam, hier muss in den nächsten Jahren das Wachstum sehr stark anziehen.

Blog

Blogbeitrag

Überblick über alle Indikatoren des Ampel-Monitors Energiewende am 6. Juli 2022

Von Wolf-Peter Schill und Alexander Roth Diese Seite gibt einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand aller im Ampel-Monitor Energiewende enthaltenen Indikatoren. Nähere methodische Erläuterungen sowie Datenquellen finden sich auf der Homepage des Ampel-Monitors sowie den einführenden DIW-Wochenbericht 27/2022. Alle zugrunde liegenden Daten sind zudem im Open Energy Tracker ...

06.07.2022| Alexander Roth, Wolf-Peter Schill

Alle Abbildungen sind interaktiv: im oberen rechten Bereich jeder Abbildung finden sich Buttons zum zoomen. Einzelne Zeitreihen können durch Klicken in der Legende ein- und ausgeblendet werden. Derzeit sind die Abbildungen nur für eine Darstellung am Computer-Bildschirm optimiert; wir arbeiten daran, auch adäquate Auflösungen für Mobiltelefone bereit zu stellen.

Installierte Leistung Photovoltaik

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Für die Photovoltaik (PV) hat die Koalition im Rahmen der aktuell geplanten EEG-Novelle ein Ausbauziel von 215 Gigawatt (GW) im Jahr 2030 vorgelegt. Zum Start der Ampelkoalition Anfang Dezember 2021 betrug die in Deutschland installierte Leistung mit gut 58 GW nur ein gutes Viertel davon. Um das Ziel zu erreichen, müssen bis Ende 2030 somit im Durchschnitt 1,44 GW pro Monat zugebaut werden, wobei von 2022 bis 2026 ein ansteigender Ausbaupfad vorgesehen ist. Dieser Zubau muss netto erfolgen, also unter Berücksichtigung der Anlagen, die in Zukunft vom Netz gehen werden. Der Trend des PV-Ausbaus in den vergangenen zwölf Monaten war mit 0,45 GW pro Monat deutlich geringer. Für das Ziel von 215 GW muss mehr als dreimal so schnell ausgebaut werden wie im Trend der vergangenen zwölf Monate – und sogar beinahe fünfmal so schnell wie im Trend der Jahre 2017 bis 2021. Allerdings sieht der in der EEG-Novelle vorgeschlagene Ausbaupfad für das Jahr 2022 nur knapp 0,6 GW pro Monat vor, was aufgrund höherer Zubauten in den Monaten Februar und März bisher tatsächlich auch erreicht wird. Nach 2030 soll die PV-Leistung weiter erheblich auf 400 GW im Jahr 2040 wachsen. Diese Regierungsziele liegen am oberen Ende des Korridors, den die Szenarien des Ariadne-Projekts aufspannen, und im Jahr 2040 sogar darüber – sie sind also tendenziell ambitionierter.

Installierte Leistung Windkraft an Land

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Für die Windkraft an Land ist in der geplanten EEG-Novelle ein Ziel von 115 GW installierter Leistung im Jahr 2030 genannt. Ende November 2021 lag sie mit knapp 56 GW nur knapp halb so hoch. Zum Erreichen des Ziels müssen bis Ende des Jahres 2030 im Durchschnitt 0,54 GW pro Monat netto zugebaut werden. Im Trend der vergangenen zwölf Monate waren es nur 0,13 GW pro Monat, das Ausbautempo muss also vervierfacht werden. Der in der EEG-Novelle vorgeschlagene Ausbaupfad für das Jahr 2022 sieht allerdings nur einen Zubau von rund 0,2 GW pro Monat vor; jedoch wird aktuell nicht einmal dieses Ziel erreicht. Nach dem Jahr 2030 strebt die Regierung eine weitere deutliche Steigerung der Kapazität auf 157 GW im Jahr 2035 an. Die Ziele der Koalition für den Ausbau der Windkraft an Land liegen ungefähr in der Mitte des Ariadne-Szenarienkorridors, sind also ähnlich ambitioniert. Dieser Korridor ist breiter als derjenige bei der Photovoltaik, die Modelle weichen hier also deutlicher voneinander ab.

Installierte Leistung Windkraft auf See

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Für die Windkraft auf See strebt die Koalition eine Leistung von mindestens 30 GW im Jahr 2030 an. Zum Ampel-Start Anfang Dezember 2021 lag die in deutschen Gewässern installierte Leistung mit 7,8 GW nur bei einem guten Viertel davon. Um das Ausbauziel zu erreichen, müssen bis 2030 im Durchschnitt 0,20 GW pro Monat netto zugebaut werden. In den vergangenen zwölf Monaten gingen gar keine neuen Windkraftanlagen auf See ans Netz. Im Trend der Jahre 2017 bis 2021 waren es circa 0,07 GW pro Monat – diese Geschwindigkeit muss für das 2030-Ziel fast verdreifacht werden. Auch danach soll die installierte Leistung weiter stark wachsen, auf mindestens 40 GW im Jahr 2035 und mindestens 70 GW im Jahr 2045. Diese Ziele liegen im oberen Bereich des Ariadne-Szenarienkorridors, der sogar noch breiter als der bei der Windkraft an Land ist. Bis zum Jahr 2030 liegen die Ziele der Bundesregierung über den Ariadne-Szenarien.

Eine wesentliche Voraussetzung für den Ausbau der Windenergie an Land ist die Verfügbarkeit entsprechender Flächen. Bundesweit waren Ende des Jahres 2020 nur 0,7 Prozent der Fläche rechtswirksam für Windenergie an Land ausgewiesen. Ziel der Ampelkoalition ist es, bis zum Jahr 2032 zwei Prozent der Bundesfläche für die Windkraft auszuweisen, bis Ende 2026 sollen es bereits 1,4 Prozent der Bundesfläche sein. Weitere Informationen und eine Abbildung hierzu gibt es im Open Energy Tracker.

Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor

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Die Regierungskoalition strebt an, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2030 auf 80 Prozent zu steigern. Fünf Jahre später soll die Stromversorgung laut „Osterpaket“ dann „nahezu vollständig“ auf erneuerbaren Energien beruhen. Im Jahr 2020 betrug der Anteil 45,1 Prozent, im Jahr 2021 waren es nur noch 41,9 Prozent, wobei diese Angaben noch nicht endgültig sind. Dieser Rückgang dürfte weitgehend durch zwei Faktoren erklärbar sein: Erstens ging im Jahr 2020 pandemiebedingt der Stromverbrauch insgesamt zurück, so dass der Anteil erneuerbarer Energien trotz nur geringen Ausbaus stieg. Im Jahr 2021 stieg der Stromverbrauch dann wieder an. Zweitens war das Windjahr 2021 relativ schlecht.

Zur Erreichung des 2030-Ziels muss der Anteil ab 2021 im Durchschnitt um über vier Prozentpunkte pro Jahr wachsen – im Zeitraum 2017 bis 2021 betrug das Trend-Wachstum nur rund zwei Prozentpunkt pro Jahr. Die Ziele der Koalition für den Anteil der erneuerbaren Energien liegen im von den Ariadne-Szenarien aufgespannten Korridor.

Ergänzend können in der Abbildung auch die Anteile erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung (NSE) dargestellt werden. Sie liegen statistisch mit viel geringerer Verzögerung vor als die Anteile am Bruttostromverbrauch (BSV). Die Anteile an der NSE sind in der Regel höher als die am BSV, u.a. da der BSV aufgrund des Kraftwerkseigenverbrauchs höher ist als die NSE.

Bestand an Wärmepumpen

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Wärmepumpen spielen in vielen Zukunftsszenarien insbe­sondere für den Raumwärmebereich eine große Rolle, weil sie mit Hilfe von elektrischem Strom Umweltwärme nutzbar machen und somit sehr energieeffizient sind (vgl. DIW Wochenbericht 22/2022). Die Regie­rung hat in ihrem Koalitionsvertrag kein konkretes Ziel für den Ausbau von Wärmepumpen gesetzt. In der Eröffnungs­bilanz Klimaschutz wird jedoch ein Korridor von "4,1 bis 6 Millionen Wärmepumpen" im Jahr 2030 genannt. Die Mitte dieses Korridors, also rund fünf Millionen Wärme­pumpen, lässt sich indikativ als Ampel-­Ziel darstellen. Ende des Jahres 2021 waren rund 1,4 Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert. Bis 2030 müssen somit jährlich rund 0,4 Millionen Geräte hinzukommen, gegenüber nur gut 0,1 Millionen pro Jahr im Trend der Jahre 2017 bis 2021. Das Regierungsziel liegt im Korridor, den die Ariadne-­Szenarien im Jahr 2030 aufspannen. Danach wächst der Wärmepumpen­bestand in den Ariadne­-Szenarien weiter stark, auf knapp 13 bis gut 16 Millionen Stück im Jahr 2030.

Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme

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Der Koalitionsvertrag sieht "einen sehr hohen Anteil" erneuerbarer Energien bei der Wärme vor. Er enthält jedoch kein explizites Ziel für den Anteil, sondern lediglich die Formulierung, dass bis zum Jahr 2030 die Hälfte der Wärme "klimaneutral" erzeugt werden muss. Da andere Optionen wie importierter klimaneutraler Wasserstoff oder CO2-Abscheidung im Wärmebereich bis 2030 jedoch unrealistisch erscheinen, kann dieses Ziel de facto als Ziel für erneuerbare Energien aufgefasst werden. Im Jahr 2021 betrug ihr Anteil am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte in Deutschland 16,5 Prozent. Bis 2030 muss dieser Anteil demnach jährlich um fast vier Prozentpunkte zulegen. Seit dem Jahr 2012 ist er insgesamt um nicht einmal drei Prozentpunkte gestiegen, beziehungsweise im Trend der Jahre 2017 bis 2021 um rund 0,5 Prozentpunkte pro Jahr. Insofern erscheint das Ambitionsniveau der Ampelkoalition im Wärmebereich ganz besonders hoch. Eine konkrete Maßnahme zum Erreichen des 2030-Ziels ist die geplante Einführung einer Vorgabe, nach der neue Heizungen bereits ab dem Jahr 2024 mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Wärme betrieben werden müssen.

Bestand batterieelektrischer Pkw

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Die Regierung hat sich im Koalitionsvertrag ein Ziel von "mindestens 15 Millionen vollelektrische(n) Pkw bis 2030" gesetzt. Da nennenswerte Anteile von Pkw mit Wasser­stoff-­Brennstoffzellen mittlerweile unplausibel erscheinen, kann dieses Ziel weitgehend als Ziel für rein batterieelektri­sche Fahrzeuge angesehen werden (ohne Plug­-In­-Hybride). Zum Start der Ampelkoalition Anfang Dezember 2021 gab es rund 587 000 rein batterieelektrische Pkw in Deutsch­land. Um das Ziel zu erreichen, müssen bis zum Jahr 2030 im Durchschnitt rund 132 000 Fahrzeuge pro Monat hinzu­kommen. Im Trend der vergangenen zwölf Monate waren es, auch aufgrund von Problemen in den Lieferketten und langen Lieferfristen für Elektrofahrzeuge, nur knapp 28 000 Elektroautos pro Monat. Das Wachstum muss also beinahe fünfmal so stark sein. Der hier angenom­mene lineare Verlauf ist dabei rein illustrativ. In Wirklich­keit ist eher mit einem S­-kurvenförmigen Verlauf zu rech­nen. Einen weiteren Beitrag zur Steigerung der batteriee­lektrischen Pkw­Flotte dürfte neben den derzeit gewährten Kaufprämien ein Verbot der Neuzulassungen von Pkw mit Verbrennungsmotoren leisten, wie es wahrscheinlich bald auf der EU­-Ebene für 2035 beschlossen wird.

Bestand öffentlich zugänglicher Ladepunkte

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Die Ampel hat sich im Koalitionsvertrag ein Ziel von "einer Million öffentlich und diskriminierungsfrei zugänglichen Ladepunkten bis 2030 mit Schwerpunkt auf Schnellladein­frastruktur" gesetzt. Ende November 2021 waren knapp 54 000 Ladepunkte in Betrieb, davon circa 46 000 Normal­ladepunkte und 8 000 Schnellladepunkte. Bis 2030 müssen im Durchschnitt somit monatlich rund 8 700 neue Ladepunkte in Betrieb gehen. Im Trend der vergange­nen zwölf Monate waren es nur gut 1 200 monatlich. Gegen­über diesem Trend muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur um den Faktor sieben steigen.

Installierte Leistung Elektrolyse

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Im Koalitionsvertrag wird "eine Elektrolysekapazität von rund 10 Gigawatt im Jahr 2030" als Ziel genannt. Anfang Oktober 2021 waren in Deutschland Elektrolyseure mit einer elektrischen Leistung von gerade einmal 61 Megawatt (MW) in Betrieb. Konsistente neuere Daten sind im Moment noch nicht verfügbar. Demnach müssen bis Ende 2030 im Durchschnitt etwa 90 MW pro Monat zugebaut werden. Wie bereits im Fall der batterieelektrischen Fahrzeuge ist der dargestellte lineare Verlauf rein illustrativ. In Wirklichkeit ist eher von einem Ausbaupfad in Form einer S-Kurve auszuge­hen. Das Ziel für 2030 liegt im oberen Bereich des Korridors, den die Ariadne­-Szenarien aufspannen. Konkrete Ziele für die Zeit nach 2030 hat sich die Bundesregierung noch nicht gesetzt. Der Ariadne­-Szenarienkorridor wird bis zum Jahr 2045 wegen der bestehenden Unsicherheit zur langfristigen Rolle der inländischen Wasserstoff-­Elektrolyse sehr breit.

Zwischenbilanz zur Energiewende: Wolf-Peter Schill im Videointerview

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Wo stehen wir in Sachen Energiewende? : Nachgeforscht bei Wolf-Peter Schill

AnsprechpartnerInnen

Adeline Gueret
Adeline Gueret

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt

Alexander Roth
Alexander Roth

Wissenschaftlicher Mitarbeiter & Doktorand in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt

Wolf-Peter Schill
Wolf-Peter Schill

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt

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