Innovationspolitik ist mehr als reine Forschungsförderung
Im Rahmen der deutschen Hightech-Strategie wird hierzulande auch Geld in konkrete Projekte mit technologischen Schwerpunkten angelegt. Diese „missionsorientierte“ Strategie, die zu den sogenannten vertikalen industriepolitischen Maßnahmen zählt, lenkt Forschungsförderung auf Projekte, die zu Problemlösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie etwa den Klimawandel, den demografischen Wandel, oder den digitalen Wandel beitragen. Dabei ist es unumgänglich, dass der Staat ebenso wie die privaten Unternehmen technologische und finanzielle Innovationsrisiken eingehen. Ein neues Element der Prioritätensetzung in dieser Art der Technologiepolitik ist die neugegründete „Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen“. Hier wird auf Vorbilder aus dem Ausland zurückgegriffen, nämlich auf die erfolgreichen US-amerikanischen Agenturen DARPA und ARPA-E. Doch Innovationspolitik ist mehr als reine Forschungsförderung. Erforderlich sind auch weitere Investitionen in wissensbasiertes Kapital. Dieses umfasst neben FuE auch Software und Datenbanken, den Aufbau und Organisation von Unternehmen sowie die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten. Unsere Analysen zeigen, dass diese Investitionen die Produktivität und das Wachstum steigern.
Ein Ansatzpunkt kann die Förderung risikoreicher Innovationsprojekte sein, die gleichzeitige Investitionen in verschiedene Arten von Wissenskapital umfassen. Dabei ist die Förderung von Kooperationsprojekten, Netzwerken und Clustern besonders geeignet, die Bildung von Wissenskapital der Unternehmen im umfassenden Sinne zu unterstützen. Gleiches gilt für Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch die bestehenden Förderprojekte zur Digitalisierung in kleinen und mittelständischen Unternehmen wie für die Weiterbildung sollten ausgebaut und verzahnt werden.