Realeinkommen steigen, Quote der Niedrigeinkommen sinkt in einzelnen Altersgruppen

DIW Wochenbericht 18 / 2020, S. 315-323

Markus M. Grabka, Jan Goebel

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  • Haushaltseinkommen steigen seit 2000 real um zwölf Prozent, seit 2015 profitiert auch unterstes Einkommensdezil
  • Ungleichheit der Haushaltseinkommen stagniert seit mehr als zehn Jahren
  • Niedrigeinkommensquote ist in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund stabil und sinkt in einzelnen Altersgruppen sogar
  • Quote steigt bei Personen mit direktem Migrationshintergrund auf bis zu 30 Prozent; bessere Arbeitsmarktintegration erforderlich
  • Negative Effekte auf Einkommen durch Corona-Krise könnten durch Kurzarbeitergeld und wirtschaftspolitische Unterstützungsleistungen abgemildert werden

„Seit 2013 haben die Einkommen in Deutschland in der Breite zugelegt. Erfreulich ist, dass bei Haushalten mit Kindern und Jugendlichen die Niedrigeinkommensquote sinkt – zumindest in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.“ Markus M. Grabka

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 unter anderem durch eine verstärkte Zuwanderung um mehr als fünf Millionen gewachsen. Diese positive Entwicklung schlägt sich auch in den Einkommen der privaten Haushalte nieder, die im selben Zeitraum um real gut zwölf Prozent im Schnitt stiegen. Davon profitieren seit 2013 nun fast alle Einkommenssegmente, seit 2015 auch das unterste Einkommensdezil. Die Ungleichheit der verfügbaren Einkommen und die Niedrigeinkommensquote stagnieren. Die Trends unterscheiden sich aber in Abhängigkeit vom Migrationshintergrund: In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist die Niedrigeinkommensquote seit 2008 auch in den Jahren der gestiegenen Zuwanderung faktisch unverändert beziehungsweise in verschiedenen Altersgruppen sogar rückläufig. Bei Personen mit direktem Migrationshintergrund ist die Quote im Zuge der jüngsten Migrationswellen aber auf zuletzt rund 30 Prozent deutlich gestiegen, obwohl sich erste Erfolge der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zeigen. Hier bedarf es also weiterhin Anstrengungen, Zugewanderte bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Seit 2000 hatte Deutschland drei große Herausforderungen zu meistern. Dies sind bis 2005 steigende und hohe Zahlen von Arbeitslosen, ab 2008/2009 die Finanz- und Wirtschaftskrise und ab 2010 eine deutlich gestiegene Zahl zu integrierender ZuwanderInnen. Während zwischen 2000 und 2005 die Einkommensungleichheit deutlich stieg und auf dem erhöhten Niveau verblieb, hat Deutschland die letzten beiden Herausforderungen ausgesprochen gut bewältigt. Es kam zu keiner weiteren Steigerung der Ungleichheit. Nun kommt eine vierte große Herausforderung hinzu: In Zeiten, in denen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht annähernd absehbar sind, kann ein Vergleich mit den Auswirkungen anderer Krisen, insbesondere der Finanzmarktkrise, hilfreich sein. Diese ging mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts von mehr als fünf Prozent und damit dem stärksten wirtschaftlichen Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg einher.infoMarkus M. Grabka (2015): Income and Wealth inequality after the financial crisis-the case of Germany. Empirica. Journal of European Economics, 42 (2), 371–390. Doi: 10.1007/s10663-015-9280-8. Von einem Einbruch in dieser Größenordnung geht zurzeit der Sachverständigenrat auch in der jetzigen Krise aus.infoSachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2020): Die Gesamtwirtschaftliche Lage angesichts der Corona-Pandemie. Sondergutachten (online verfügbar, abgerufen am 1. April 2020). Ob der Rückgang größer ausfällt, hängt wesentlich von der Dauer der notwendigen Einschränkungen im öffentlichen Leben ab.

Die vorliegende Studie aktualisiert bisherige Untersuchungen des DIW Berlin zur personellen Einkommensverteilung und zum Niedrigeinkommen in Deutschland von 2000 bis einschließlich 2017. Sie fokussiert auf den Zeitraum ab der Jahrtausendwende, da ab diesem Zeitpunkt der deutlichste Anstieg der Einkommensungleichheit seit der Wiedervereinigung zu beobachten ist.infoFür eine Beschreibung der langfristigen Einkommensungleichheit seit 1991 vgl. Markus M. Grabka, Jan Göbel und Stefan Liebig (2019): Wiederanstieg der Einkommensungleichheit – aber auch deutlich steigende Realeinkommen. DIW Wochenbericht Nr. 19, 343–353 (online verfügbar, abgerufen am 27. März 2020. Dies gilt auch für alle anderen Onlinequellen in diesem Bericht, sofern nicht anders vermerkt). Die vorliegende Studie basiert auf den derzeit aktuellsten verfügbaren Einkommensinformationen, die vom am DIW Berlin angesiedelten Sozio-oekonomischen Panel (SOEP)infoDas SOEP ist eine repräsentative jährliche Wiederholungsbefragung privater Haushalte, die seit 1984 in Westdeutschland und seit 1990 auch in Ostdeutschland durchgeführt wird; vgl. Jan Goebel et al. (2018): The German Socio-Economic Panel (SOEP). Journal of Economics and Statistics, 239(29), 345–360 (online verfügbar). in Zusammenarbeit mit Kantar erhoben werden (Kasten).infoGemäß den Konventionen des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2013: Lebenslagen in Deutschland) und den Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (z.B. das Jahresgutachten 2016/2017: Zeit für Reformen) wird in diesem Bericht jeweils das Einkommensjahr ausgewiesen. Die Jahreseinkommen werden im SOEP retrospektiv für das vorangegangene Kalenderjahr erhoben, aber mit der Bevölkerungsstruktur des Erhebungszeitpunkts gewichtet. Die hier präsentierten Daten für 2017 sind also in der Befragungswelle 2018 erhoben worden. Die Informationen auf der Mikroebene werden zunächst ergänzt um Angaben des Statistischen Bundesamtes auf der Makroebene zur Zahl der Erwerbstätigen und des privaten Konsums.

Den in diesem Bericht vorgelegten Auswertungen auf Basis der Haushalts-Längsschnitterhebung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) liegen Jahreseinkommen zugrunde. Dafür werden im Befragungsjahr (t) jeweils für das zurückliegende Kalenderjahr (t-1) alle Einkommenskomponenten aufsummiert (Markteinkommen aus der Summe von Kapital- und Erwerbseinkommen einschließlich privater Transfers und privater Renten). Zusätzlich werden Einkommen aus gesetzlichen Renten und Pensionen sowie Sozialtransfers (Sozialhilfe, Wohngeld, Kindergeld, Unterstützungen vom Arbeitsamt u.a.) berücksichtigt. Schließlich werden mithilfe einer SimulationinfoVgl. Johannes Schwarze (1995): Simulating German income and social security tax payments using the GSOEP. Cross-national studies in aging. Programme project paper no. 19. Syracuse University, USA. der Steuer- und Sozialabgaben die Jahresnettoeinkommen errechnet. Da aufgrund der Komplexität des deutschen Steuerrechts nicht alle steuerlichen Sonderregelungen mit Hilfe dieses Modells simuliert werden können, ist von einer Unterschätzung der im SOEP gemessenen Einkommensungleichheit auszugehen.

Der internationalen Literatur folgendinfoSiehe hierzu: Joachim R. Frick, Jan Goebel und Markus M. Grabka (2007): Assessing the distributional impact of “imputed rent” and “non-cash employee income” in micro-data. In: European Communities (ed.): Comparative EU statistics on Income and Living Conditions: Issues and Challenges. Proceedings of the EU-SILC conference (Helsinki, 6–8 November 2006), EUROSTAT, 116–142. werden dem Einkommen auch fiktive (Netto-)Einkommensbestandteile aus selbstgenutztem Wohneigentum („Imputed Rent“) zugerechnet. Zusätzlich werden im Folgenden, wie auch von der EU-Kommission für die EU-weite Einkommensverteilungsrechnung auf Basis von EU-SILC vorgeschrieben, auch nicht-monetäre Einkommensteile aus verbilligt überlassenem Mietwohnraum berücksichtigt (sozialer Wohnungsbau, privat oder arbeitgeberseitig verbilligter Wohnraum, Haushalte ohne Mietzahlung).

Die Einkommenssituation von Haushalten unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung wird – internationalen Standards entsprechend – durch die Umrechnung des gesamten Einkommens eines Haushalts in sogenannte Äquivalenzeinkommen vergleichbar gemacht. Dazu werden die Haushaltseinkommen unter Verwendung einer von der OECD vorgeschlagenen und in Europa allgemein akzeptierten Skala umgerechnet, und jedem Haushaltsmitglied wird das so errechnete Äquivalenzeinkommen zugewiesen, unter der Annahme, dass alle Haushaltsmitglieder in gleicher Weise vom gemeinsamen Einkommen profitieren. Dabei erhält der Haushaltsvorstand ein Bedarfsgewicht von eins; weitere erwachsene Personen haben jeweils ein Gewicht von 0,5 und Kinder bis zu 14 Jahren ein Gewicht von 0,3.infoVgl. Brigitte Buhmann et al. (1998): Equivalence Scales, Well-being, Inepuality and Poverty. Review of Income and Wealth 34, 115–142. Unterstellt wird also eine Kostendegression in größeren Haushalten.

Eine besondere Herausforderung stellt in allen Bevölkerungsumfragen die sachgemäße Berücksichtigung fehlender Angaben einzelner Befragungspersonen wie dem Einkommen dar. In den hier analysierten Daten des SOEP werden fehlende Angaben im Rahmen aufwendiger, quer- und längsschnittbasierter Imputationsverfahren eingefügt.infoJoachim R. Frick und Markus M. Grabka (2005): Item Non-response on Income Questions in Panel Surveys: Incidence, Imputation and the Impact on Inequality and Mobility. Allgemeines Statistisches Archiv, 89(1), 49–61. Dies betrifft auch fehlende Angaben bei vollständiger Verweigerung einzelner Haushaltsmitglieder in ansonsten befragungswilligen Haushalten. In diesen Fällen wird ein mehrstufiges statistisches Verfahren für sechs einzelne Brutto-Einkommenskomponenten (Erwerbseinkommen, Renten sowie Transferleistungen im Falle von Arbeitslosigkeit, Ausbildung/Studium, Mutterschutz/Erziehungsgeld/Elterngeld und private Transfers) angewandt.infoJoachim R. Frick, Markus M. Grabka und Olaf Groh-Samberg (2012): Dealing with incomplete household panel data in inequality research. In: Sociological Methods and Research, 41(1), 89–123. Dabei werden mit jeder neuen Datenerhebung immer sämtliche fehlenden Werte auch rückwirkend neu imputiert, da neue Informationen aus Befragungen genutzt werden können, um fehlende Angaben in den Vorjahren einzufügen. Dadurch kann es zu kleineren Veränderungen gegenüber früheren Auswertungen kommen.

Um methodisch begründete Effekte in der Zeitreihe der errechneten Indikatoren zu vermeiden, wurde die jeweils erste Erhebungswelle der einzelnen SOEP-Stichproben aus den Berechnungen ausgeschlossen. Untersuchungen zeigen, dass es in den ersten beiden Befragungswellen vermehrt zu Anpassungen im Befragungsverhalten kommt, die nicht auf die unterschiedliche Teilnahmebereitschaft zurückzuführen sind.infoJoachim R. Frick et al. (2006): Using Analysis of Gini (ANOGI) for Detecting Whether Two Subsamples Represent the Same Universe. The German Socio-Economic Panel Study (SOEP) Experience. Sociological Methods Research. 34/4. 427–468. DOI: 10.1177/0049124105283109.

Erwerbstätigenzahl und privater Konsum seit 2010 stark gestiegen

Das Erwerbseinkommen stellt in der deutschen Bevölkerung weiterhin die quantitativ wichtigste Quelle zur Finanzierung des Lebensunterhalts dar. Die Entwicklung der Zahl der Erwerbstätigen lässt sich seit dem Jahr 2000 in zwei Phasen gliedern (Abbildung 1). Zwischen 2000 und 2005 ist die Zahl der Erwerbstätigen im Rahmen der damals steigenden Arbeitslosigkeit zunächst leicht rückläufig. Ab dem Jahr 2006 setzt in Deutschland eine Phase eines nahezu kontinuierlichen Beschäftigungsaufbaus ein, der selbst von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 nicht wesentlich unterbrochen wird. Im Jahr 2019 liegt damit die Zahl der Erwerbstätigen um 13 Prozent höher als im Jahr 2000. Dies entspricht einer zusätzlichen Zahl von Erwerbstätigen laut amtlicher Statistik von mehr als 5,2 Millionen.infoStatistisches Bundesamt (2020): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Inländer) Deutschland in 1000. Ergebnisse der Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (online verfügbar). Betrachtet man nur die KernerwerbstätigeninfoNur Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 Jahren, nicht in Bildung, Ausbildung oder einem Wehr-/Zivil- sowie Freiwilligendienst., so beläuft sich dieser Zuwachs immer noch auf 3,7 Millionen Erwerbstätige, wobei sich dieser Beschäftigungsaufbau aus etwa 2,3 Millionen zusätzlichen Normalarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern sowie 1,5 Millionen atypischen BeschäftigteninfoUnter den atypischen Beschäftigten findet sich rund eine Million Teilzeitbeschäftigte mit einer Arbeitszeit von weniger als 20 Stunden pro Woche. und einem Rückgang der mithelfenden Familienangehörigen um 165000 zusammensetzt. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Jahr 2000 deutlich mehr Personen zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts aus Erwerbstätigkeit finanzieren können.

Die verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich auch im aggregierten realen privaten Konsum der Haushalte. Dieser hat sich laut amtlicher Statistik ebenfalls positiv entwickelt. Während der private Konsum bis 2009 stagniert, hat er seitdem parallel zur Beschäftigung stark zugelegt und ist im Jahr 2019 mehr als 14 Prozent höher als noch im Jahr 2000.infoKaufkraftbereinigt lagen die Pro-Kopf-Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland um 18,9 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Vgl. Statistisches Bundesamt (2020): Pro-Kopf-Konsumausgaben 2018 in Deutschland nominal 30 Prozent höher als im EU-Durchschnitt. Pressemitteilung Nr. 089 vom 12. März 2020. Die allgemein verbesserte Lage in Deutschland spiegelt sich auch in den sogenannten Headline indicators of current well-being average. Danach ist Deutschland eines der Länder, die bei einem bereits hohen Ausgangsniveau seit 2010 nochmals überdurchschnittliche Verbesserungen aufweisen. Vgl. OECD (2020). How's Life? 2020: Measuring Well-being: OECD Publishing, Paris (online verfügbar). Die Finanzmarktkrise 2008/2009 hatte sowohl auf die Zahl der Beschäftigten als auch auf den realen privaten Konsum nur geringe Auswirkungen, die sich langfristig zudem kaum in den aggregierten Zahlen bemerkbar machen.

Einkommensentwicklung folgt der positiven Beschäftigungsentwicklung

Diese Entwicklung in zwei Phasen zeigt sich auch bei den Haushaltseinkommen der Privathaushalte laut den Angaben des SOEP. Hierbei werden alle Personen in Privathaushalten herangezogen, unabhängig davon, ob diese ein Markteinkommen bezogen haben oder nicht. Im letzteren Falle gehen diese Personen mit einem Wert von Null in die Berechnungen ein.

So stagnieren die durchschnittlichen bedarfsgewichteteninfoVgl. auch den Begriff „Äquivalenzeinkommen“ im DIW Glossar (online verfügbar). und inflationsbereinigten jährlichen BruttomarkteinkommeninfoDie Markteinkommen entsprechen der Summe von Kapital- und Erwerbseinkommen einschließlich privater Transfers und privater Renten vor Abzug von Steuern und monetären Sozialleistungen. der Personen in privaten Haushalten zwischen 2000 und 2009. Ab 2010 ist ein realer Zuwachs von zehn Prozent bis 2017 zu verzeichnen (Abbildung 2). Dieser Zuwachs ist vor allem dem eingangs beschriebenen Beschäftigungsaufbau geschuldet, da neben steigenden ReallöhneninfoDer Reallohnindex ist seit 2007 in zehn von zwölf Jahren deutlich gestiegen. In zwei Jahren kam es dagegen nur zu einer Stagnation, vgl. Statistischen Bundesamt 2019: Verdienste und Arbeitskosten. auch die Zahl der Erwerbstätigen innerhalb von Privathaushalten zugenommen hat.

Auch die verfügbaren Haushaltseinkommen – also die Summe aller Einkommen nach Steuern auf Einkommen, Sozialabgaben plus Transferleistungen – steigen. Hier sind die Zuwächse gleichmäßiger über die Zeit hinweg verteilt. In der ersten Phase (2000 bis 2009) steigen sie um vier Prozent und in der zweiten Phase (2010 bis 2017) um sechs Prozent. Insgesamt sind die realen verfügbaren Haushaltseinkommen seit dem Jahr 2000 damit um knapp zwölf Prozent in etwa so stark gestiegen wie die Haushaltsmarkteinkommen.

Seit 2015 nehmen die Einkommen aller Einkommensgruppen real wieder zu

Sortiert man die Bevölkerung nach der Höhe der verfügbaren Haushaltseinkommen und teilt diese in zehn Gruppen ein, so erhält man sogenannte Dezile.infoDas unterste (oberste) Dezil gibt die Einkommenssituation der ärmsten (reichsten) zehn Prozent der Bevölkerung an. Zu beachten ist, dass die Personen über die Zeit hinweg aufgrund von Einkommensmobilität ihre Einkommensposition verändern können und nicht immer demselben Dezil zuzuordnen sind. Diese werden auf den dezilspezifischen Mittelwert des Jahres 2000 normiert, um eine prozentuale Entwicklung beschreiben zu können (Abbildung 3). Dabei zeigt sich folgendes Muster: Abgesehen vom obersten Dezil, das stark zulegt, verändern sich in den anderen Dezilen die realen verfügbaren Haushaltseinkommen von 2000 bis 2013 nur leicht. Seitdem steigen die verfügbaren Einkommen wieder real über alle Einkommensgruppen hinweg.infoDie insgesamt positive Entwicklung der Realeinkommen über die Bevölkerung hinweg vernachlässigt aber, dass die Wohlfahrtsentwicklung für Mieter- beziehungsweise Eigentümerhaushalte unterschiedlich ausfällt. So sind in der langen Frist die Wohnkosten für Eigentümerhaushalte bedingt durch das sinkende Zinsniveau für Hypothekenkredite entweder gleichgeblieben oder sogar gesunken, während Mieterhaushalte insbesondere in städtischen Regionen nach Berücksichtigung der Wohnkosten nicht zwingend mehr Einkommen für privaten Konsum neben dem Wohnen zur Verfügung haben müssen. Im untersten Dezil setzt dieser Zuwachs nach den aktuellen Berechnungen erst ab dem Jahr 2015 eininfoDas Durchschnittseinkommen im ersten Einkommensdezil weicht im Jahr 2016 gegenüber der Studie vom vergangenen Jahr (vgl. Grabka, Goebel und Liebig (2019), a.a.O.) ab, da es neben einer revidierten Gewichtung, in der zusätzliche Informationen zur besseren Berücksichtigung von Zugewanderten herangezogen wurden, auch zu einer veränderten Generierung der Einkommen von Geflüchteten gekommen ist. Dies betraf Haushalte mit Geflüchteten, in denen erstmals erwachsene Personen durch das SOEP befragt wurden. Diese wurden aus der Analyse ausgeschlossen, da bei Erstbefragten keine Informationen zum Vorjahreseinkommen abgefragt werden, was Grundlage der hier vorliegenden Berechnungen ist., dem Jahr der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, von dem vor allem diese Einkommensgruppe profitiert haben dürfte.infoVgl. Alexandra Fedorets et al. (2020): Lohnungleichheit in Deutschland sinkt. DIW Wochenbericht Nr. 7, 91–97 (online verfügbar).

Im obersten Dezil sind die Realeinkommen bis 2007 überdurchschnittlich gestiegen, um anschließend etwas schwächer zu wachsen. Ab 2014 setzt auch hier wieder ein stärkerer Anstieg ein. Am aktuellen Rand sind damit im obersten Dezil die Einkommen real rund 22 Prozent höher als noch im Jahr 2000. Die Zuwächse in den darunter liegenden Dezilen summieren sich auf rund 13 Prozent für die Dezile sieben, acht und neun, in der Mitte der Verteilung (fünftes Dezil) auf immerhin knapp zehn Prozent und im dritten Dezil noch bei vier Prozent.

Das unterste Dezil liegt seit dem Jahr 2000 als einziges im Minus mit vier Prozent. Ein Grund für die schwache Entwicklung im ersten Dezil ist neben der Arbeitsmarkt- und Rentenentwicklung in den frühen 2000er Jahren, dass in dieses Dezil viele Neuzugewanderte gerückt sind. Allein im Zeitraum zwischen 2010 und 2017 hat sich die Zahl der ausländischen Bevölkerung um knapp 3,9 Millionen auf 10,6 Millionen vergrößert.infoStatistisches Bundesamt (2020): Ausländische Bevölkerung 2005, 2010 und 2014 bis 2018 nach Bundesländern (online verfügbar). Es kann nicht überraschen, dass es – auch aufgrund von Sprachbarrieren und administrativer Hürden (Arbeitserlaubnis; Anerkennung von Zeugnissen) – Zeit braucht, bis die neuen Zuwanderinnen und Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen; in den ersten Monaten und Jahren nach ihrer Ankunft weisen sie hohe Nichterwerbsquoten auf und erzielen dementsprechend zunächst niedrige Einkommen.

Ungleichheit der Markteinkommen seit 2002 unverändert

Ein Standardmaß zur Messung von Einkommensungleichheit ist der Gini-Koeffizient.infoVgl. auch den Begriff Gini-Koeffizient im DIW Glossar (online verfügbar). Je höher der Wert zwischen 0 und 1, desto höher ist die gemessene Ungleichheit. Der Gini-Koeffizient für die Markteinkommen ist zunächst zwischen 2000 und 2002 von 0,44 auf knapp 0,46 gestiegen. Danach schwankt er um einen Wert von 0,46 (Abbildung 4). Dies bedeutet, dass derzeit die Ungleichheit der Markteinkommen mit zwischenzeitlichen leichten Auf und Abs wieder den Wert aus dem Jahr 2002 annimmt.

Bei den verfügbaren Einkommen sind wieder deutlicher zwei Phasen zu unterscheiden. Zwischen 2000 und 2005 hat die Ungleichheit deutlich zugenommen von 0,255 auf einen Wert von nahe 0,29. Seitdem verharrt die Ungleichheit auf diesem Niveau und nimmt auch im Jahr 2017 einen Wert von 0,29 an. Im internationalen Vergleich nimmt damit Deutschland eine unterdurchschnittliche Position der Einkommensungleichheit ein und liegt auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie beispielsweise Schweden.infoVgl. OECD Income Distribution Database (online verfügbar).

Anteil der BezieherInnen von Niedrigeinkommen stagniert seit 2015

Der Anteil von Personen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des MedianhaushaltsnettoeinkommensinfoDer Median ist der Einkommenswert, der die reichere Hälfte der Bevölkerung von der ärmeren trennt. Vgl. Definition des Begriffs „Medianeinkommen“ im DIW Glossar (online verfügbar). beträgt, wird häufig als relative (Einkommens-)Armutsrisikoquote oder wie hier im Folgenden als NiedrigeinkommensquoteinfoDie Niedrigeinkommensquote ist nicht zu verwechseln mit der Niedriglohnquote. Bei Letzterer wird nur der individuelle Bruttostundenlohn gemessen. Eine Person, die einen niedrigen Lohn erhält, kann aber mit anderen einkommensstarken Personen in einem Haushalt zusammenleben und fällt dann nicht unter das Niedrigeinkommen. bezeichnet.

Auf Basis der SOEP-Stichprobe lag die Niedrigeinkommensschwelle im Jahr 2017 für einen Einpersonenhaushalt bei nominal 1168 Euro netto pro Monat.infoIm Vergleich zur Sozialberichterstattung des Statistischen Bundesamts auf Basis des Mikrozensus (siehe Website der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (online verfügbar)) wird hier ein höherer Schwellenwert ausgewiesen, da wie international üblich auch der Mietwert selbstgenutzten Wohneigentums zur Einkommensmessung bei der Einkommensberechnung berücksichtigt wird. Vgl. zu weiteren methodischen Unterschieden zur amtlichen Sozialberichterstattung Markus M. Grabka, Jan Goebel und Jürgen Schupp (2012): Höhepunkt der Einkommensungleichheit in Deutschland überschritten? Wochenbericht des DIW, Nr. 43, 3–15. Zu Beginn des Jahrhunderts befinden sich noch elf bis zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland unterhalb der jeweiligen Schwelle (Abbildung 5). Bis zum Jahr 2015 steigt dieser Wert auf 16,4 Prozent und stagniert seither auf diesem Niveau. Amtliche Daten des Mikrozensus oder des Surveys European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) des Statistischen Bundesamtes beschreiben einen vergleichbaren Trend.infoDas SOEP stellt auch einen alternativen Indikator zur Messung der Niedrigeinkommensquote zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um das im Befragungsmonat erhobene aktuelle Haushaltsnettoeinkommen. Dieses Einkommenskonzept ist mit dem des Mikrozensus nahezu identisch. Da unterjährig selten bezogene Einkommenskomponenten dabei eher unterschätzt und der Mietwert selbstgenutzten Wohneigentums nicht berücksichtigt wird, fällt die Niedrigeinkommensschwelle beim monatlichen Einkommen des SOEP und des Mikrozensus geringer aus als bei den Jahreseinkommen.

Niedrigeinkommensquote in der autochthonen Bevölkerung seit zehn Jahren unverändert

Zwischen 2010 und 2017 hat die Zahl der ausländischen Bevölkerung in Deutschland um mehr als 50 Prozent zugenommen. Da diese Personengruppe häufig unterdurchschnittliche Einkommen aufweist, wird im Folgenden bei der Berechnung der Niedrigeinkommensquote nach Migrationshintergrund unterschieden. Unterteilt wird im Folgenden in zwei Gruppen: Personen mit direktem und Personen ohne Migrationshintergrund (autochthone Bevölkerung). Menschen mit indirektem Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind und von denen mindestens ein Elternteil einen Migrationshintergrund hat, werden nachrichtlich beschrieben. Die verwendete Niedrigeinkommensschwelle wird dabei jeweils auf Basis der Einkommensverteilung der Gesamtbevölkerung bestimmt.

Für die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund zeigen sich wieder zwei Phasen (Abbildung 6). Im Zeitraum von 2000 bis 2009 hat die Niedrigeinkommensquote in dieser Gruppe von knapp unter zehn Prozent auf rund 13 Prozent zugelegt. Seitdem stagniert die Niedrigeinkommensquote und liegt aktuell bei etwa zwölf Prozent. Während der Phase der starken Zuwanderung hat sich also die Ungleichheit in der autochthonen Bevölkerung nicht weiter verstärkt.

Anders verhält es sich bei den Personen mit einem direkten Migrationshintergrund. Die Quote liegt generell mit rund 25 Prozent deutlich höher. Bis zum Jahr 2011 stagniert die Niedrigeinkommensquote dieser Bevölkerungsgruppe. Im Zuge der Zuwanderung seit 2010 steigt sie auf knapp 30 Prozent im Jahr 2017. Es ist davon auszugehen, dass mit der zunehmenden Integration auf dem Arbeitsmarkt dann auch die Niedrigeinkommensquote dieser Gruppe wieder zurückgehen wird.

Die Niedrigeinkommensquote von Personen mit indirektem Migrationshintergrund liegt über den gesamten Zeitraum im Schnitt um etwa drei Prozentpunkte unter dem Niveau derjenigen mit direktem Migrationshintergrund.

Seit 2009 ist die Niedrigeinkommensquote bei einigen Altersgruppen rückläufig

Die beschriebene Zweiphasigkeit der Entwicklung der Niedrigeinkommensquote findet sich auch bei einer Unterteilung nach Migrationshintergrund und Alter (Abbildung 7).infoDie Niedrigeinkommensquote von Personen mit indirektem Migrationshintergrund ist aus Gründen der besseren Darstellbarkeit der Ergebnisse nicht ausgewiesen. In der autochthonen Bevölkerung hat über alle Altersgruppen hinweg die Niedrigeinkommensquote zwischen 2000 und 2009 zugenommen, bei Kindern unter zehn Jahren und jungen Erwachsenen (18 bis 34 Jahre) am stärksten mit jeweils rund sechs Prozentpunkten. Hier dürfte unter anderem die verstärkte Aufnahme eines Hochschulstudiums und der Ausbau des NiedriglohnsektorsinfoVgl. Alexandra Fedorets et al. (2020), a.a.O. die Niedrigeinkommensquote erhöht haben.

Ab dem Jahr 2009 geht in fünf der neun ausgewiesenen Altersgruppen in der autochthonen Bevölkerung die entsprechende Quote zurück. Bei den Jugendlichen (10 bis 17 Jahre) fällt dieser Rückgang mit 3,5 Prozentpunkten am stärksten aus. Bei jüngeren Kindern beläuft er sich immerhin auf 2,4 Prozentpunkte. Hier dürfte sich die verbesserte Arbeitsmarktlage in Form höherer Löhne bei den jeweiligen Eltern positiv ausgewirkt haben. Bei den 45- bis 54-Jährigen geht die Niedrigeinkommensquote um 1,7 Prozentpunkte zurück. Und auch die 18- bis 24-Jährigen verzeichnen einen leichten Rückgang. Bei den Personen, die 55 Jahre und älter sind, stagniert hingegen die Niedrigeinkommensquote seit 2009, während sie bei der ältesten Gruppe der über 75-Jährigen sogar mit knapp drei Prozentpunkten rückläufig ist. Bei den übrigen Altersgruppen in der autochthonen Bevölkerung finden sich nur geringe Veränderungen gegenüber dem Jahr 2009. Insgesamt ist also kein Anstieg der Ungleichheit während der starken Zuwanderung ab 2010 zu beobachten. Im Gegenteil: Die Ungleichheit sinkt in der Mehrzahl der Altersgruppen.

Anders ist die Entwicklung bei den Personen mit direktem Migrationshintergrund. Zunächst ist die Quote in allen Altersgruppen höher als bei der autochthonen Bevölkerung. Zudem fallen die Trends anders aus. Bei den Kindern ist zwischen 2000 und 2009 die Niedrigeinkommensquote zunächst deutlich gesunken, um dann im Zuge der neuen Migration ab 2010 stark anzusteigen. Bei Kindern mit direktem Migrationshintergrund beläuft sich die Quote im Jahr 2017 auf gut 50 Prozent. In den Altersgruppen von 18 bis 44 Jahren stagniert die Quote zunächst in der ersten Periode, um dann in der zweiten Phase deutlich anzusteigen. In der mittleren Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen ist zunächst ein leichter Anstieg von 2000 bis 2009 zu beobachten, um dann auf diesem Niveau zu verharren. Bei Personen mit direktem Migrationshintergrund, die älter als 65 Jahre sind, hat die Niedrigeinkommensquote in der ersten Phase deutlich zugenommen, um dann in der zweiten Phase wieder leicht abzusinken. Insgesamt ist seit dem Jahr 2000 über nahezu alle Altersgruppen bei den Personen mit direktem Migrationshintergrund die Niedrigeinkommensquote deutlich angestiegen, die 55- bis 64-Jährigen sind die einzige Altersgruppe, die im Vergleich zu 2000 eine leicht geringere Niedrigeinkommensquote aufweist. Vermutlich profitiert diese Altersgruppe besonders vom Beschäftigungsaufbau und vom angehobenen Renteneintrittsalter, das diese Personen länger in die Erwerbstätigkeit drängt.infoAuf eine Analyse der Niedrigeinkommensquote nach Altersgruppen für Personen mit indirektem Migrationshintergrund wurde hier verzichtet.

Fazit: Arbeitsmarktintegration für Zugewanderte verstärken

Die deutsche Wirtschaft hat sowohl die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008/2009 als auch ab 2010 eine stark steigende Zuwanderung gut bewältigt. Auch dank der Zuwanderung ist die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Zeitraum um mehr als fünf Millionen gewachsen. Der Beschäftigungsaufbau schlägt sich auch in den Nettoeinkommen der privaten Haushalte nieder, die seit dem Jahr 2000 im Schnitt um gut zwölf Prozent real gewachsen sind. Ab dem Jahr 2013 finden sich reale Einkommenssteigerungen über die Breite der Verteilung, ab 2015 auch im untersten Einkommensdezil. Die Ungleichheit der Einkommen stagniert seit mehr als zehn Jahren. Trotz steigender Einkommen ist sie aber nach wie vor nicht unter den Wert von 2005 gefallen – damals hatten Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit die Ungleichheit zwischen 2000 und 2005 deutlich steigen lassen.

Auch die Niedrigeinkommensquote hat sich seit 2013 stabilisiert. Allerdings liegt sie bei Menschen mit Migrationshintergrund deutlich höher, auch der Trend unterscheidet sich. Während in der autochthonen Bevölkerung insgesamt die Niedrigeinkommensquote seit 2008 während der starken Zuwanderung faktisch unverändert und in verschiedenen Altersgruppen sogar rückläufig ist, hat die entsprechende Quote bei Personen mit direktem Migrationshintergrund auf zuletzt rund 30 Prozent deutlich zugelegt.

Insbesondere aufgrund von Sprachbarrieren und administrativen Hürden (Arbeitserlaubnis, Anerkennung von Zeugnissen) braucht es Zeit, bis die neuen Zuwanderinnen und Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Inzwischen zeigen sich erste Erfolge bei der Integration der Geflüchteten in den ArbeitsmarktinfoHerbert Brücker, Yuliya Kosyakova und Eric Schuß (2020): Fünf Jahre seit der Fluchtmigration 2015. Integration in Arbeitsmarkt und Bildungssystem macht weitere Fortschritte. IAB-Kurzbericht 4/2020., dennoch bedarf es angesichts der hohen Niedrigeinkommensquote bei Personen mit direktem Migrationshintergrund weiterhin Anstrengungen wie Qualifizierung und Sprachtraining, um deren Integration in den Arbeitsmarkt weiter voranzubringen. Dies kann und muss vor dem Hintergrund eines absehbar sinkenden ErwerbspersonenpotentialsinfoDer Direktor des IAB, Bernd Fitzenberger, in einem Interview mit der Welt, vgl. Christine Haas: „Nicht einfach zu erreichen, dass jährlich 400000 Zuwanderer kommen“, Welt vom 3. November 2019 (online verfügbar). auch gelingen.

Die Befunde haben auch gezeigt, dass die Finanzmarktkrise 2008/2009 keine langfristig negativen Effekte auf die Beschäftigung und den privaten Konsum hatte. Wirtschaftspolitische Unterstützungsleistungen und Kurzarbeitergeld haben das Schlimmste abfedern können und werden auch in der jetzigen Krise eingesetzt. Sollten die mit der aktuellen Corona-Krise notwendigen Einschränkungen sich nicht zu lange hinziehen, könnten sich mithilfe dieser Maßnahmen die negativen Folgen auf die Einkommensverteilung der Privathaushalte in Grenzen halten.

Jan Goebel

Direktorium SOEP und Bereichsleitung Data-Operation und Forschungsdatenzentrum in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Markus M. Grabka

Direktorium SOEP und kommissarische Bereichsleitung Wissenstransfer in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: D31;I31;I32
Keywords: Income inequality, poverty, SOEP
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2020-18-1