Jeder Mensch in Deutschland wird in seinem oder ihrem früher oder später mit dem Staat in Berührung kommen, etwa beim Thema Steuern oder wenn es um die Rente geht. Dazu forscht die Abteilung Staat am DIW Berlin. Sie untersucht, wie staatliche Politik – insbesondere in den Bereichen Finanz‑, Steuer‑ und Sozialpolitik – das Verhalten von Einzelpersonen, Haushalten und Unternehmen, sowie die Ressourcenverteilung in der Gesellschaft beeinflusst.
Dabei ist die Arbeit der Abteilung stets politisch relevant, sagt Abteilungsleiter Peter Haan: „Mit unseren Ergebnissen können wir Politiker*innen beraten und ihnen erzählen, was wir aus unseren Ergebnissen gelernt haben. So haben wir auch einen Einfluss darauf, wie die Politik gestaltet werden kann.“ Zuletzt war die Abteilung Staat zusammen mit den Abteilungen Energie, Verkehr, Umwelt und Klimapolitik an einer Studie zur Auswirkung eines Klimageldes beteiligt. Auch das Thema Aktivrente und ihre Auswirkungen haben die Forscher*innen jüngst erforscht.
Ein wichtiger Teil der Abteilung Staat ist auch die Forschungsgruppe Gender Economics. Sie untersucht die Gründe für geschlechterspezifische Ungleichheit am Arbeitsmarkt und wie sich Steuer-, Sozial- und Familienpolitik auf die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen auswirken. „Wir analysieren beispielsweise seit vielen Jahren bestimmte Entwicklungen im Bereich Ungleichheit der Bezahlung, beim Gender Pay Gap“, sagt die Leiterin der Forschungsgruppe Katharina Wrohlich.
Zur Arbeit der Gender Economics Forschungsgruppe gehört unter anderem das Managerinnen-Barometer, eine jährlich erscheinende, umfassende Studie zur Repräsentation von Frauen in Führungspositionen großer deutscher Unternehmen. Es untersucht über 500 Unternehmen – darunter die umsatzstärksten 200, DAX‑, MDAX‑, SDAX‑ und TecDAX‑Firmen, große Banken, Versicherungen sowie Bundesbeteiligungen – und erhebt, wie viele Frauen in Vorständen, Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien vertreten sind.